Leadership

Manager oder Leader? Wer ist die bessere Führungskraft?

Leadership: Was ist denn das nun und worin unterscheidet es sich von Management? Hat der Manager etwa ausgedient?

Es ist in aller Munde. Leadership muss von Führungskräften beherrscht und gelebt werden. Als Manager sind wir damit wahrscheinlich auch schon konfrontiert worden und haben uns dann die Frage gestellt, was ist denn das nun und worin unterscheidet sich Leadership von Management? Hat der Manager etwa ausgedient?

Am Ende des Dokumentes finden Sie eine Gegenüberstellung von John P. Kotter[1]. Kotter stellt sehr anschaulich den jeweiligen Führungsansatz dar. Die Übersetzungen wurden von mir erstellt, bei Unklarheit empfiehlt sich das Studium der Originalliteratur.

Management und Leadership sind konträre Führungsansätze.

Das Management fokussiert sehr stark auf die Sachebene, strukturiertes Arbeiten und Ordnung, Vorhersehbarkeit der Ergebnisse, Methoden und Prozesse und setzt als zeitliche Perspektive primär auf das Heute und nur nachgelagert auf das Morgen. Der Manager übernimmt Bestehendes.

Das Leadership setzt sehr stark auf Emotionalität, Menschen sollen begeistert, inspiriert und motiviert werden, Zukunftsvisionen werden entwickelt und deren Umsetzung vorgelebt, Veränderungen und Innovation sind ein wesentlicher Bestandteil.

Folgt man den unzähligen Diskussionen, hört und liest man nicht selten, dass Management nicht mehr zeitgemäß ist und Leadership der alleinige Heilsbringer ist. Ich bin ein großer Verfechter von Leadership und lebe dies auch sehr intensiv. Dennoch teile ich diese Sichtweise nicht. Natürlich erfordern die im Zuge der Digitalisierung anfallenden disruptiven Technologien zur Umsetzung Leadership im Unternehmen. Und ein Unternehmen besteht nicht nur aus Veränderungen, vielmehr ist das „Daily Business“ sogar existentiell notwendig.

Weiterhin ist nicht jeder Mensch Leadership-fähig. Wir dürfen nicht voraussetzen, dass jede Führungskraft oder jeder Mitarbeiter die Prinzipien von Leadership verstehen und umsetzen kann und will. Und dennoch leisten diese Menschen einen wichtigen Beitrag zum Unternehmenserfolg.

Ein erfolgreiches Unternehmen benötigt sowohl Leadership als auch Management. Es ist wichtig, dass die Unternehmenskultur dies unterstützt und so dazu beiträgt, dass sich beide Ansätze gegenseitig ergänzen und in Abhängigkeit der jeweiligen Aufgabenstellung der richtige Ansatz zum Einsatz kommt und kein Wettbewerb oder sogar gegenseitige (Ab-)Wertung stattfindet. Ein Unternehmen also, das offen gegenüber Veränderungen ist, sich aber auch bewusst ist, dass nur von Veränderungen allein ein Unternehmen nicht existieren kann.

Summa Summarum: In dieser Diskussion gibt es weder Gewinner noch Verlierer. Beide Führungsansätze sind für jedes Unternehmen wichtig. Wenn sich die Manager von den Leadern inspirieren lassen und ebenso die Leader von den Managern und sich gegenseitig respektieren und wertschätzen, dann profitieren sowohl Mitarbeiter als auch Unternehmen.

Ich bin sehr gespannt auf Ihre Meinung und freue mich auf eine angeregte Diskussion. Bitte fühlen Sie sich frei und lassen Sie uns diskutieren; meine Kontaktdaten dafür finden Sie weiter unten.

ManagementLeadership
Planung / Vorbereitung

„Creating an agenda“

Planning and Budgeting“: Erstellung von Plänen und Budgets, erarbeiten detaillierter Schritte und Zeitabläufe, anschließend Allokation der benötigten RessourcenEstablishing Direction: Vorgabe der Richtung, entwickeln einer Zukunftsvision und von Strategien für die Umsetzung der für die Zielerreichung notwendigen Veränderungen
Mitarbeiter

„Developing a human network for achieving the agenda“

Organizing and Staffing: Einführung einer Struktur zur Erfüllung der Plananforderungen, besetzen dieser Struktur mit Mitarbeitern, Vergabe von Verantwortlichkeiten und Kompetenzen zur Umsetzung der Pläne, Bereitstellen von Regeln und Vorgehensweisen zur Unterstützung von Mitarbeitern, Erstellen von Methoden und Systemen zur kontinuierlichen Kontrolle der UmsetzungAligning People: Kommunizieren der Richtung mir Worten und Taten zu allen, deren Mitarbeiter und Kooperation für die Bildung von Teams gebraucht werden könnte und Bildung von Koalitionen, die die Vision und Strategie verstehen und deren Berechtigung akzeptieren
Umsetzung

„Execution

Controlling and Problem Solving: detaillierte Überwachung und Gegenüberstellung von Ergebnissen und Planvorgaben, Identifizierung von Abweichungen und Planung und Organisation von Lösungswegen„Motivating and Inspiring“: treibt Menschen an um politische, bürokratische und Ressourcen-Engpässe zu überwinden, in dem er oft unerfüllt rudimentäre menschliche Bedürfnisse adressiert
Ergebnisse

„Outcomes“

Erzeugt ein gewisses Maß an Berechenbarkeit und Ordnung, verfügt über das Potential, regelmäßig die von den Stakeholder erwarteten Ergebnisse zu liefern (z. Bsp. Kunde: Einhalten des Zeitplans, Aktionäre: Einhalten des Budgets)Erzeugt Veränderung, oft eine in einem dramatischen Ausmaß, hat das Potential extrem nützliche Veränderungen umzusetzen (z. Bsp. Neue Produkte, die die Kunden nachfragen oder ein Arbeitsumfeld, welches das Unternehmen wettbewerbsfähiger macht“

[1] John P. Kotter, „A Force for Change – How Leadership Differs From Management“, 01. Mai 1990, Seite 6 - 7, ISBN 9780029184653

Steffen Scheurer
Berater / Executive-Partner

Dieser Blog-Beitrag wurde am 24. April 2019 veröffentlicht.